Un chien andalou
Un chien andalou entsteht 1929, in einer Umbruchzeit der surrealistischen Bewegung. Zahlreiche Mitglieder wandten sich damals von André Breton aufgrund der seiner ihrer Meinung künstlerisch einschränkender Autorität und der im Zuge der Annäherung an den Kommunismus entstandenen Kollektivität, die bedingungslose Unterwerfung unter die vorgegebenen Auffassungen verlangt, ab oder werden von dem führenden Kopf der Bewegung ausgeschlossen, weil sie seiner Entwicklung, somit der, der gesamten Bewegung nicht folgen können, bzw. andere, nicht tolerierbare Ideale vertreten (u.a. Artaud, Vitrac, Desnos, Bataille, Masson, Soupault, Prevert, Leiris, Tual). Dem gegenüber stehenstanden, wenn auch weniger zahlreich, die Neuzugänge der Gruppe/bewegung, neben u.a. Char, Magritte, Sadoul, Thirion auch Buñuel und Dalí, welche sich für "Un chien andalou" verantwortlich zeichneten.
Der Film selbst ist nun ein Werk, das einem cineastischen Manifest gleicht., Es ist nicht nur surreal in seiner Erscheinung, es ist auch surreal, in dem es „Surrealismus“ surreal erklärt und eben jene Standpunkte visualisiert, die Breton im gleichen selben Jahr in seinem "Zweiten surrealistischen Manifest" schriftlich darlegt oder zuvor bereits erläutert hat. Das beginnt bereits in der wohl berühmtesten Szene des Films, dem Rasiermesserschnitt durch das Auge einer Frau, bezeichnenderweise durchgeführt vom Künstler Bunuel Buñuel selbst. BunuelEr öffnet das Auge der Frau und verbindet damit Nicht-sehendes mit Sehendem, Reales mit Irrealem, Traum mit Wirklichkeit (man denke an die oft gehörte Redwendung: "Ich glaube nur das, was ich mit eigenen Augen gesehen habe"). Die Frau, genauer: ihr gesundes und ihr zerstörtes Auge sind nun Personifikationen des Surrealismus, was folgt (der restliche Film), ist die Synthese der beiden auf einer höheren Ebene. Buñuel ist hier ähnlich Breton, der acht Jahre zuvor (die nächste Szene wird mit der Texteinblendung "Acht Jahre später" eröffnet) mit "Le champs Magnetiques" den Weg für Surreales eröffnet. Auch die restlichen Szenen sind beinahe dogmatisch dem Surrealismus und seinen Ideen verpflichtet. Seien es die sich in Revolver verwandelnden Bücher, mit anderen Worten: die sich in Waffen verwandelnde Kunst. Oder die zwei am Klavier festgebundenen Priester, die den Hauptdarsteller daran hindern, sich einer Frau sexuell zu nähern. Pars pro toto, die Kirchenmänner als Teil der Kirche stehen für ebenjene, das Klavier als Symbol für Kultur, nach Ansicht der Surrealisten: Hindernisse auf dem Weg zur psychischen Befreiung. Weiterhin Ebenso durchziehen den Film vorallem zwei Motive, Sexualität und Gewalt, deren Darstellung nicht selten an de Sade und Freud erinnert (so können die verlorene Hand oder die Ameisen, welche aus der Wunde krabbeln durchaus als ein Symbole von für Kastration, bzw. Kastrationsangst interpretiert werden).
Wie Dalí und Buñuel die einzelnen Szenen nun miteinander verknüpfen, bzw. die gesamte filmische Gestaltung ist wie ein Großteil Buñuels Gesamtwerkes relativ unfilmisch, was sich bei Betrachtung des Kunstverständnisses der Surrealisten als lediglich konsequent bezeichnen läßt. So schreiben Eluard und André Breton in ihren "Noten zur Dichtung": "Dichtung ist das Gegenteil von Literatur". Demnach kann Buñuels Film als Gegenteil vom oder vielmehr Gegenentwurf zum Film der 20er, bzw. des gesamten Films bis 1929 gesehen werden. Er will sich weder dramaturgisch noch in anderen Punkten anpassen, er will vielmehr mit der bisherigen Entwicklung brechen. Das geschieht auf eine Weise, die den Zuschauer in den Bann zieht, die scheinbar unlogisch miteinander verknüpften Szenen sind ein einzigartiges Filmerlebnis, das auch heute noch, fast 70 Jahre nach der Entstehung, seiner Zeit vorraus scheint.
Der Film selbst ist nun ein Werk, das einem cineastischen Manifest gleicht., Es ist nicht nur surreal in seiner Erscheinung, es ist auch surreal, in dem es „Surrealismus“ surreal erklärt und eben jene Standpunkte visualisiert, die Breton im gleichen selben Jahr in seinem "Zweiten surrealistischen Manifest" schriftlich darlegt oder zuvor bereits erläutert hat. Das beginnt bereits in der wohl berühmtesten Szene des Films, dem Rasiermesserschnitt durch das Auge einer Frau, bezeichnenderweise durchgeführt vom Künstler Bunuel Buñuel selbst. BunuelEr öffnet das Auge der Frau und verbindet damit Nicht-sehendes mit Sehendem, Reales mit Irrealem, Traum mit Wirklichkeit (man denke an die oft gehörte Redwendung: "Ich glaube nur das, was ich mit eigenen Augen gesehen habe"). Die Frau, genauer: ihr gesundes und ihr zerstörtes Auge sind nun Personifikationen des Surrealismus, was folgt (der restliche Film), ist die Synthese der beiden auf einer höheren Ebene. Buñuel ist hier ähnlich Breton, der acht Jahre zuvor (die nächste Szene wird mit der Texteinblendung "Acht Jahre später" eröffnet) mit "Le champs Magnetiques" den Weg für Surreales eröffnet. Auch die restlichen Szenen sind beinahe dogmatisch dem Surrealismus und seinen Ideen verpflichtet. Seien es die sich in Revolver verwandelnden Bücher, mit anderen Worten: die sich in Waffen verwandelnde Kunst. Oder die zwei am Klavier festgebundenen Priester, die den Hauptdarsteller daran hindern, sich einer Frau sexuell zu nähern. Pars pro toto, die Kirchenmänner als Teil der Kirche stehen für ebenjene, das Klavier als Symbol für Kultur, nach Ansicht der Surrealisten: Hindernisse auf dem Weg zur psychischen Befreiung. Weiterhin Ebenso durchziehen den Film vorallem zwei Motive, Sexualität und Gewalt, deren Darstellung nicht selten an de Sade und Freud erinnert (so können die verlorene Hand oder die Ameisen, welche aus der Wunde krabbeln durchaus als ein Symbole von für Kastration, bzw. Kastrationsangst interpretiert werden).
Wie Dalí und Buñuel die einzelnen Szenen nun miteinander verknüpfen, bzw. die gesamte filmische Gestaltung ist wie ein Großteil Buñuels Gesamtwerkes relativ unfilmisch, was sich bei Betrachtung des Kunstverständnisses der Surrealisten als lediglich konsequent bezeichnen läßt. So schreiben Eluard und André Breton in ihren "Noten zur Dichtung": "Dichtung ist das Gegenteil von Literatur". Demnach kann Buñuels Film als Gegenteil vom oder vielmehr Gegenentwurf zum Film der 20er, bzw. des gesamten Films bis 1929 gesehen werden. Er will sich weder dramaturgisch noch in anderen Punkten anpassen, er will vielmehr mit der bisherigen Entwicklung brechen. Das geschieht auf eine Weise, die den Zuschauer in den Bann zieht, die scheinbar unlogisch miteinander verknüpften Szenen sind ein einzigartiges Filmerlebnis, das auch heute noch, fast 70 Jahre nach der Entstehung, seiner Zeit vorraus scheint.
opagrauhirn - 23. Jan, 21:46
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